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Charles de Moreau

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Charles de Moreau (1758–1840), den nach der französischen Revolution aufgehenden Stern am Pariser Architektenhimmel, warb Fürst Esterházy gleich bei einem seiner ersten Besuche in der «schönsten Stadt der Welt» für seinen Hof in Eisenstadt ab. Moreau begleitete anschließend alle Visionen des Fürsten bis hin zur Umgestaltung der Insel Mainau, für die er Pläne entwickelte. Moreau war für alles verantwortlich; nur die besten Materialien fanden Verwendung, die höchsten Ansprüche waren gerade gut genug. Seine Planungen galten in dieser Zeit für den deutschsprachigen Raum als einzigartig.

Die angelegten Jagdgebiete und Gärten waren wichtige gestalterische und funktionale Elemente der Kulturlandschaft am Bodensee: Alleen sollten die unterschiedlichen teils vorhandenen, teils neu angelegten Zier- und Nutzgärten verbinden, Weiden trugen zur Komposition der Anlage bei, und eigens importierte Schafe, Kühe und andere Nutztiere »nobilitierten« die Landschaft.

Bildnachweis: Musée national des châteaux de Malmaison & Bois-Préau

Die Zeitgenossen trauten ihren Augen nicht. Es muss eine riesige Baustelle gewesen sein. Von überall her kamen die Arbeiter. Moreau ließ Türme im Auftrag des Fürsten Esterházy Türme und Ökonomiegebäude abbrechen, füllte Gräben auf, schuf eine hochmoderne Wasserversorgung, legte anstelle des geometrischen Barockparks Rasenflächen, Blumenbeete und ein Wegenetz ganz im Sinne des Landschaftsgartens an. Die dazu benötigten Pflanzen ließ er aus seinen Besitzungen in Österreich und Ungarn kommen. Darunter befanden sich viele Bäume und Sträucher, die aus den Pariser Parkanlagen der Kaiserin Joséphine stammten Am Ufer entstand ein herrliches Arboretum mit Baum und Strauchgruppen, durchzogen von himmelstrebenden Linden- und Nussbäumen.

Nach dem Tod von Fürst Esterházy (1833) verliess Charles de Moreau die Insel Mainau. Die begonnen Arbeiten kamen leider unvollendet zum Erliegen.

Bildnachweis: Napoleonmuseum Arenenberg, Grafiksammlung

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Tipp

Näheres zu den spannenden Biografien der GRÜNEN FÜRSTEN und dem Leben an ihren Höfen erfahren Sie in unserer Sonderausstellung im Schloss. Folgen Sie einfach den Wegweisern zu unserem Schlosscafé. Besuchen Sie anschließend Arenenberg mit seinem Napoleonmuseum. Hier gibt es mit dem Mainauticket Sonderkonditionen für den Eintritt. Auch ein Besuch in Frauenfeld sowie Ittingen und natürlich an unseren weiteren Partnerorten lohnt sich! Hier sehen Sie alle Standorte.

Das Buch zum Ausstellungsprojekt

Der Bildband Grüne Fürsten am Bodensee erscheint im Herbst 2023 im Silberburg-Verlag Tübingen:

Gügel, Dominik: Grüne Fürsten am Bodensee. Arenenberg, Konstanz, die Mainau und Salem – Musenhöfe um 1830. Silberburg-Verlag, Tübingen

Alle Infos zum internationalen Ausstellungsprojekt:

www.gruene-fuersten-bodensee.com 

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